Historie

Die Prinzengarde Leverkusen ist eng verbunden mit der Entwicklung des Leverkusener Karnevals.

1910

- gab es in Wiesdorf schon die "Roten Funken". Vor dem ersten Weltkrieg veranstalteten Sie bereits drei Karnevalszüge; es waren die ersten Züge überhaupt im Raum Dhünn-Wuppermündung, die damals auf die Beine gestellt wurden.

Dann kam der Krieg. In den Stadtteilen der neu gebildeten Stadt Leverkusen lebte nach Kriegsende das karnevalistische Treiben wieder auf.Doch vorerst gab es keinen Karnevalszug.

1935 - setzten sich einige Senatoren zusammen z. B. Aloys Jansen und Herbert Zons von den Roten Funken, andere Vereine kamen hinzu.Das Thema war die Zukunft des Leverkusener Karnevals.Der Gedankenaustausch fand auf der Nobelstrasse, auch "Höhnenjaß" genannt, statt - in der "Wacht am Rhein" oder im "Rheinischen Hof" Gaststätten, die es heute nicht mehr gibt.

1937 - Gründung der KG Prinzengarde Leverkusen 1937 e.V.In der "Höhnerjaß" wurde am 3. März auf einer Versammlung der Senatoren der gesamte Vorstand der Prinzengarde Leverkusen gewählt. Schon die nächsten Prinzen kamen aus den Reihen der Prinzengarde:

1937 Johann Knipper, 1938 Theo Grein (er war drei Jahre Kommandant und einige Zeit Präsident der Prinzengarde) und Karl Richter, der Prinz mit der kriegsbedingten längsten Regierungszeit von 1937 - 1947.Die Prinzengarde war in den folgenden Jahrzehnten der Koordinator des Leverkusener Karnevals und kümmerte sich um alles - um die Prinzen, um den Zug und um die Finanzierung des Karnevals. Aufstellungsplatz bzw. Start für den Karnevalszug war früher die Rheinallee. Von dort aus verlief der Zug die Hauptstrasse hoch, zur Schulstrasse, durch die Lichtstrasse und Döhoffstrasse bis hin zum Rathaus, wieder über die Hauptstrasse zurück bis zum Rhein.

Von1939 bis 1945 war dann wieder kriegsbedingte Pause.1953 - ging der "Zoch" mit Prinz vom Rhein bis nach Schlebusch zur Gezelinallee und im nächsten Jahr umgekehrt.1947 - Zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg traf sich die Prinzengarde wieder in kleinem Kreis im Burghof. Mit der Zeit wuchs die Mitgliederzahl der Vereins, man traf sich öfter und in stetig wachsender Zahl.Mit Karl Richter, der ja immer noch Prinz war, sind sie wieder losgezogen bis nach Blecher.Die Prinzengarde trat im schwarzen Anzug auf und der Elferrat trug einen kurzen grün-weißen Kragen dazu.Bei den Elberfelder Textilwerken wurde dann nach weißem Stoff gefragt. Sie bekamen 50 m weißen Stoff, aus denen der Schneidermeister Rademacher die ersten Uniformen der Prinzengarde schneiderte.

Die Prinzengarde kann auf viele Höhepunkte in 66 Jahren zurückblicken...· 34 Prinzen wurden von der Prinzengarde proklamiert und· 58 Prinzen begleitet

1955 - der erste Besuch vom Prinz und Garde im Haus Nazareth, eine Tradition die bis heute Bestand hat.Die Besuche von Prinz und Garde auf den Patenschiff Leverkusen in den Häfen Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen.

1962 - der Besuch von Prinz und Garde in San Sebastian /Spanien.
Die Nachkriegsgeschichte der Prinzengarde wurde sehr stark geprägt von ihrem Kommandanten Herbert Schulz!

Herbert Schulz gab dem Darstellungsbild der Prinzengarde nach außen und innen eine völlig neue Richtung. Es wurden Feste im neu gebauten Forum und im Schloss Morsbroich gefeiert. Auch das Fischessen im Haus Altenberg entstand in seiner Kommandantenzeit.

Das Fischessen findet bis zum heutigen Tag statt, mittlerweile im Restaurant "Kulisse", welches sich im Erholungshaus in Leverkusen Wiesdorf befindet.

1977 - Nachdem Walter Haasler als Kommandant die Nachfolge von Herbert Schulz angetreten hatte, kam dann mit der Eingemeindung von Opladen ein großer Einschnitt in das Selbstverständnis der Prinzengarde.Ab sofort wurden die Prinzen nicht mehr von der Prinzengarde ausgesucht, sondern vom FLK (Festausschuss Leverkusener Karnevals), der Dachorganisation der Leverkusener Karnevalsvereine.Die Prinzengarde stellte sich aber weiter zur Verfügung, den Prinzen zu begleiten.

1980 - erfüllte sich dann ein Traum des Kommandanten Walter Haasler. Die Prinzengarde uniformierte sich.Der Erfolg bei der ersten Proklamation mit dem neuen Prinzenwache-Outfit war riesig.Großen Anteil am Aufbau der Wache hatte der erste Wachoffizier Helmut Thelen.Die Präsidenten wechselten.Phillip Sieben wurde von dem damaligen Prinzen Winfried Badem abgelöst. Unter seiner Leitung gewannen die Feste der Prinzengarde neuen Glanz.

Es folgten die Präsidenten:
Klaus Geressen, Rolf Rhöse, Klaus Peter Sayn, Peter Schmitz.

Auf Walter Haasler folgten als Kommandanten:
Heinz-P. Schumann,Heinz Jansen,Kurt van Hoven,Georg Lies,Peter Mantler,Karl-Josef Weißenfels, Oliver Höhne.

Seit 1990 wird der Prinz nicht nur von der Wache, sondern auch vom Bayer Spielmannszug begleitet, der zuerst in seiner nicht-karnevalistischen und später in der grün-weißen friederizianischen Uniform mit aufzog.

Durch die ständig steigende Mitgliederzahlen in der Wache (durchschnittlich 25 Personen pro Auftritt) und der Begleitung durch den Bayer Spielmannszug zeigt der Prinzenaufzug heute ein herausragendes Bild auf jeder Veranstaltung.

In den letzten Jahren kamen mit dem internen Gardeappell, Gardeappell Luminaden, Fischessen, Spargelessen, Nikolausfeier für den Nachwuchs, Fahrradtour,Teilnahme an Fußballturnieren der Leverkusener Karnevalsgesellschaften sowie dem jährlichen Volleyballturnier der ... "Golden" Lyskircher Hellige Knäächte und Mägde und dem Stammtisch beliebte aussersessionalen Veranstaltungen zur Großen Kostüm-Sitzung hinzu.